Geschichte : Mythos Rungholt
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Die Hafenstadt Rungholt
Karte von Johannes Mejer, 1652 (Ausschnitt)

Karte von Johannes Mejer, 1652 (Ausschnitt)

Rungholt war einst eine bedeutende Hafenstadt an der Nordsee. Sie befand sich ungefähr zwischen der Insel Pellworm und der Hallig Südfall. Zur damaligen Zeit war die Marschfläche noch wesentlich größer. In den zwei bedeutenden Sturmfluten, die "groten Mandränken", 1362 und 1634 hat sich die Nordsee einen großen Teil der damaligen Marschfläche genommen und viele Dörfer und Städte für immer begraben. Schon der Name den die Menschen der Sturmflut gegeben haben zeigt, wie gewaltig sie damals gewesen sind und wie viele Menschen wohl ihr Leben lassen mussten (Mandränke - Menschen ertrunken).

Am 16. Januar 1362 geht, mit der ersten "groten Mandränke", auch die Hafenstadt Rungholt in den Fluten unter. Wie lange Rungholt existiert hat ist nicht bekannt. Viele Dokumente über Rungholt sind nicht erhalten geblieben. Die vielen vorausgehenden Fluten, die vielleicht nicht so gewaltig waren oder wohl auch nicht so gut dokumentiert wurden, wie die von 1362 und 1634, haben Rungholt als Hafenstadt wohl erst möglich gemacht. Bei diesen Fluten gruben sich die Seegatten Fallstief und Heverstrom immer näher an Rungholt heran und ermöglichten damit erst die gute Erreichbarkeit des Hafens. Am 16. Januar 1362 zerstörten jedoch genau diese beiden Seegatten die Hafenstadt Rungholt.


Die Grote Mandränke
die Grote Mandränke

die Grote Mandränke

Die erste "Grote Mandränke" bei der Rungholt unterging war eine besonders schlimme Flut. Die Flut dauerte mehrere Tage und erreichte eine Höhe, die bisher in den dagewesenen Ausmaßen noch nie aufgezeichnet worden war (ca. 2,40 Meter über der damals üblichen Deichhöhe). Kein Deich der damaligen Zeit hätte der Flut wiederstehen können. Durch starke Nordweststürme und ausgeprägte Sturmtiefs werden solche gewaltigen Fluten möglich. Das Wasser wird in die Deutsche Bucht gedrückt und auch bei Ebbe führt es kaum zu einem Abflachen des Flutbergs. Die nächste auflaufende Flut erhöht den Wasserstand erneut. Besonders langanhaltende Stürme aus Nordwest fördern diesen Effekt, auf dem die schlimmsten Fluten an der Nordseeküste beruhen - wahrscheinlich auch die im Januar 1362, der weitere folgten.

Teile des Marschlandes konnten nach der Flut wieder besiedelt werden, Halligen entstanden neu über den zerstörten Flächen. Rungholt jedoch blieb für immer zerstört, das Fallstief sorgte dafür, dass die Insel Alt-Nordstrand mit ihrer typischen Hufeisenform entstand - bis 300 Jahre später die zweite grote Mandränke erneut zu dramatischen Veränderungen führte.


Karte von Johannes Mejer, 1636 (Ausschnitt)

Karte von Johannes Mejer, 1636 (Ausschnitt)

 

 

Mehr über den Ort Rungholt und die sagenumwobene Geschichte erfahren Sie aus der Informationsbroschüre, die in unseren Zimmern für Sie bereit liegt.


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